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Capitol Lichtspiele Limburgerhof

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Originaler Capitol Schriftzug
Wandbild an der Frontseite
Capitol  Lichtspielhaus Limburgerhof
Frau Gertrud Tuschner im Kassenhäuschen, 2010
Alte Innenausstattung
Foyer mit Charme der 1950er-Jahre
Kinosaal
Lampe im Kinosaal
Projektionsraum
Filmspule
KinoVino 2010 mit Livemusik, Film und Weinprobe
Zeitungsartikel 1995 über Gerhard Wolf  (auch als Download verfügbar)

Fährt man am Ortseingang von Limburgerhof in die Speyerer Straße, sticht auf der rechten Seite der Schriftzug „Capitol“ sofort ins Auge. Das fast 60 Jahre alte Kino bietet Film- und Kulturveranstaltungen im Ambiente der 50er Jahre.

Im Foyer werden die Besucher von Nierentischen mit rosa Decken und entsprechender Bestuhlung empfangen. In Schaukästen erzählen Fotos und Filmplakate von alten und neuen Zeiten und an der Decke funkeln Lüster im Charme der 50er und 60er Jahre. Die Einrichtung ist teilweise im Originalzustand erhalten. Im Kinosaal kann auf bequemen roten Plüschsesseln mit viel Beinfreiheit Platz genommen werden – 280 Sitze, natürlich bei freier Platzwahl.

Die Dolby-Digitalanlage ist allerdings neueste Technik und sorgt für ein gelungenes Filmerlebnis. Thomas Sauer ist Betreiber und Filmvorführer in einem. Im Sommer 2010 hat er das Kino übernommen, nachdem der Besitzer Gerhard Wolf verstorben war und ihn vorher selbst noch als seinen Nachfolger ausgesucht hatte. Es sollte jemand sein, der seine Tradition fortsetzt.

Das Filmprogramm bietet neben aktuellen Filmen eine regelmäßige anspruchsvolle Filmauswahl zu unterschiedlichen Themen, so mittwochs die Filmauslese oder das alle zwei Monate stattfindende Frauenkino. Auch Kulturveranstaltungen mit Live-Musik oder KinoVino – dem Abend mit Film und Weinprobe – haben hier ihren Platz.

Nutzung (ursprünglich): 

Kino

Nutzung (derzeit): 

Kino

Geschichte: 

Ein Bebauungsplan mit der Vorgabe eines Lichtspielhauses in der Speyerer Straße war der Auslöser für Gerhard Wolf, seine Filmleidenschaft zum Zweitberuf zu machen – denn eigentlich ist er Winzer in Großkarlbach. Er erwirbt das Areal und startet das Kinoprojekt im Dezember 1954 mit dem Film „Professor Sauerbruch – das war sein Leben“. Von Anfang an mit dabei ist Gertrud Tuschner, unermüdliche Mitarbeiterin und Kartenverkäuferin.

56 Jahre lang behauptet sich das Lichtspielhaus gegenüber dem Konkurrenzdruck von Multiplex-Kinos. Gerhard Wolf legt den Schwerpunkt auf anspruchsvolle Filme und damit erreicht das Capitol langsam aber sicher Kultstatus. Besucher kommen aus Nah und Fern und schätzen Flair und Atmosphäre. Viele Einrichtungsgegenstände aus der Anfangszeit bleiben erhalten und machen heute den besonderen Reiz aus, so z.B. das Wandbild an der Frontseite, der Capitol-Schriftzug oder die Lampen im Kinosaal. Von den ursprünglichen 513 Sitzplätzen sind 280 übrig geblieben, dadurch konnten breitere Sessel eingebaut und die Beinfreiheit erweitert werden. 2010 verstirbt Inhaber Gerhard Wolf mit 85 Jahren. Das Kino wird in seiner Tradition von Thomas Sauer weitergeführt.

Eigentümer: 
z. Zt. nicht bekannt
Erbauer: 
Gerhard Wolf
Architekt: 
Gebrüder Müller, Architekten
Bauzeit / Umbauten: 
1954
Quellen: 

Gertrud Tuschner,  Rheinpfalz-Artikel vom 29.12.2001, 27.07.2005 und 02.06.2010

Autor/in: 
Hilde Seibert / Barbara Straube