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Ehem. Sudhaus der Weldebräu in Schwetzingen

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Welde-Sudhaus in der sog. Froschgasse (Foto B.Ritter 2016)
Welde-Sudhaus, Turm heute Wohnung (Foto B.Ritter 2016)
Welde-Sudhaus, mit Einfahrt (Foto B.Ritter 2016)
Welde-Sudhaus, Detail im Hof (Foto B.Ritter 2016)

Es gehört zu den markanten Gebäuden der Innenstadt, trägt noch in großem Schriftzug den Firmennamen und lässt durch die großflächigen Fensterscheiben die Sudkessel erkennen, die auf die ursprüngliche Nutzung verweisen: das ehemalige Sudhaus der Brauerei Welde in Schwetzingen.

Flachdach und klare Fronten unter weitgehendem Verzicht von Schmuckelementen zeigen die Orientierung am Bauhausstil. In großformatigen blauen Buchstaben hebt sich der Schriftzug der Firma an zwei Seiten deutlich von der weißen Fassade ab, die ihrerseits von Fensterbändern und schmalen Gesimsen gegliedert ist. Farblich kontrastiert dazu der rote Klinker, der das Erdgeschoss als Sockelzone ausweist und die Fensterflächen lisenenartig über alle Stockwerke durchsetzt; die Fensterlaibungen sind wie das Gesims dezent aus hellem Stein geformt.

Nutzung (ursprünglich): 

Brauerei-Sudhaus

Nutzung (derzeit): 

Atelier einer Architektengruppe und Wohnung

Geschichte: 

Die Anfänge der Brauerei Welde reichen bis in das Jahr 1752 zurück; das Stammhaus im Gasthof „Zum Grünen Laub“ stand in der Mannheimer Str. 2. Seit 1846 befindet sich die Brauerei in Familienbesitz, der heutige Firmenname geht auf Braumeister Johann Welde zurück, der 1888 in die Besitzerfamilie Seitz einheiratete.

Das Sudhaus wurde 1934 errichtet und war mit 36 m Höhe das erste Hochhaus in Schwetzingen.

Die Produktion der Brauerei wurde 1971 in das benachbarte Plankstadt verlegt, die industrielle Nutzung des Gebäudes damit aufgegeben. Der derzeitige Eigentümer belässt aber die überkommenen Reste der ursprünglichen Nutzung als quasi museale Zierde: bis heute sind im Inneren einzelne Anlagenelemente erhalten, die kupfernen Sudkessel sind durch die Fensterscheiben im ersten Obergeschoss auch von außen noch sichtbar.

Eigentümer: 
Jürgen Presser / Architektengruppe Numerobis
Erbauer: 
Weldebräu
Bauzeit / Umbauten: 
1934
Quellen: 

Joachim Kresin (Stadtarchiv Schwetzingen)

Wörn, Karl: Schwetzingen – Tradition und Zukunft ; Geschichte, Kultur, Wirtschaft. 4. Aufl., Schwetzingen, 1992

Autor/in: 
Daniel Werner