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Hildebrand Mühlen Mannheim

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Alte und neue Silos
Silos und Schiffsentladeanlage vom Wasser aus
Altes Silo und Schiffsentladeanlage
Moderne Schiffsentladeanlage
Arbeiter beim Verschließen von Mehlsäcken, dem sog. 'Rosenbinden'
Hildebrandmühle Anfang 1990er-Jahre: Hier stehen noch die alten Mühlengebäude und der  Wasserturm
Alte Reklamemarke
Blick von der Diffenébrücke auf das alte Silo  2009
Luftbild 1990er Jahre
Historische Walzenstühle mit Sichtern
Moderne Walzenstühle - Die rote Farbe zeigt (nicht gewünschten) Staub an
Historische Walzenstühle
Alte Reklamepostkarte für Phönix-Mehl
Absackung von Hartweizenfeingrieß
Blick von der Diffenébrücke  2011
Einfahrt und Eingangsgebäude - im Hintergrund die neuen Silos
Neue Silos 2010
Sauger der neuen Schiffsentladeanlage
Eis und Sonne im Industriehafen

Von der Diffenébrücke im Industriehafen aus ist die Hildebrandmühle aus dem Jahr 1907 immer noch ein Blickfang. Hinter dem alten quer zum Wasser stehenden Getreidespeicher, - in der für Anfang des 20. Jahrhunderts charakteristischen Architektur, die unter dem Einfluss baukünstlerischer Reformbestrebungen stand, - steht das weiße moderne Getreidesilo vom Ende des 20. Jahrhunderts, links davon die neuen Edelstahlsilos aus dem Jahr 2010.

Nutzung (ursprünglich): 

Ab Frühjahr 1907 Weichweizenmühle, ab 1920 zusätzlich Roggen-, Hartgrieß- und Graupenmühle.

Nutzung (derzeit): 

Seit 1995 ausschließlich Durummühle zur Herstellung von Hartweizengries für die Teigwarenindustrie

Geschichte: 

Die Hildebrandmühle ist 1907 die erste von fünf im Industriehafen gebauten (Getreide-) Großmühlen mit einer Tagesleistung von 350 t. Eigentümer waren die Gebr. Heinrich u. Louis Hildebrand, die 1845 die Müllerei mit dem Kauf der Seitzenmühle in Weinheim (schon seit 1500) begründeten Großmühlen mit Getreideimporten aus Europa und Übersee waren insbesondere in Industrie- und Handelszentren zur Grundversorgung der Bevölkerung notwendig geworden. Mannheim war der ideale Standort für die Müllerei: Großbinnenhafen mit Rheinschifffahrtsweg nach Rotterdam, Eisenbahnverbindungen und bedeutendem Getreidehandel. Die Stadt zwischen Rhein und Neckar wurde zum Mühlenzentrum Süddeutschlands.

Eigentümer: 
VK Mühlen AG, Haulander Hauptdeich 2, 1107 Hamburg
Erbauer: 
Fa. H. Hildebrand & Söhne, Besitzer der Kinscherf’schen Mühle in Weinheim
Bauzeit / Umbauten: 
1906-1907, 1920 zusätzliche Mühlenbauten, zwischen 1988 und 1996 Abbruch Mehlmühle und Mehlsilo sowie Neubauten von zwei Durummühlen sowie der Absack- und Lagerhalle
Baubestand: 

Alter quer zum Ufer stehender Getreidespeicher ist in historischer Bausubstanz erhalten.

Quellen: 
  • Mannheimer Stadtreklame (Hrsg.), Mannheim – Das Kultur- und Wirtschaftszentrum Südwestdeutschlands, 1928
  • Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e.V., Mannheim und seine Bauten 1907-2007, Bd. 4, Andreas Schenk, Bauten für Verkehr, Industrie, Gesundheit und Sport, 2004
  • Andreas Schenk, Architekturführer Mannheim, Hrsg. Stadt Mannheim, 1999
  • Hanspeter Rings, Mannheim auf Kurs - Hafen- und Schifffahrtsgeschichte der Stadt an Rhein und Neckar, 2003
  • Firmenunterlagen
Autor/in: 
Hilde Seibert