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KulTurm – ehem. Wasserturm und Bunker in Ludwigshafen

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Rollesbunker mit Wasserturm von der Lenaustraße am Rande der Kolonie (Foto B.Ritter)
vom Parkplatz aus gesehen (Foto B.Ritter)
Aufgang zur Lounge und hinten zum Wasserspeicher (Foto B.Ritter)
Passt farblich in die  Rollesstraße (Foto B.Ritter)
1953 wurde der Wasserturm mit Treppe(rechts) auf den Bunker gesetzt (Foto B.Ritter)
Gastronomie mit Terrassen am bemalten Fuß des Bunkers (Foto B.Ritter)
Durchgang zwischen beiden Treppen (Foto B.Ritter)
Gang (Foto B.Ritter)
Lounge und Galerie (Foto B.Ritter)
Zwei Treppen winden sich parallel in die Höhe. (Foto B.Ritter)
rosa Zimmer aus der Zeit des Hotels (Foto B.Ritter)
Treppe zum blau beleuchteten Wasserbehälter (Foto B.Ritter)
Aufstieg zum Wasserbehälter (Foto B.Ritter)

Als achteckiger Luftschutzbunker wurde der heute als Cafe-Galerie und Club genutzt Turm gebaut. Doch er diente auch schon als „Bunker-Hotel“ und beherbergt bis heute noch einen Trinkwasserbehälter – ein Beispiel vielfältiger öffentlicher und fantasievoller privater Nutzung.

Der Turm erscheint zweigeteilt, der untere, farblich kräftig gestaltete, etwas abbröckelnde und verrußt wirkende schwerfällige untere Betonteil steht im Kontrast zu dem adretten, sauberen, typischen Baustil der 50er-Jahre der oberen Hälfte: roter Backstein und eine Sichtbetonkonstruktion, die drei Stockwerke andeutet. Jeweils ein Rundfenstern in einem Fach und ein umlaufendes Fensterband direkt unter dem weit überstehenden Flachdach lassen das Bauwerk etwas leichter erscheinen.

Umlaufende, im Beton eingearbeitete Bogengliederungen waren das einzige Schmuckelement, bis Friedrich Ernst von Garnier (geboren 1935) 1975 den Auftrag erhielt, den unteren Betonteil farbig zu gestalten. Er gilt als „Farbphilosoph“. Sein Spezialgebiet ist die architekturbegleitende Farbgebung, wobei er Plattenbauten ebenso gerne gestaltet wir Industrieanlagen (z.B.  Kokerei Schwelgern in Duisburg und Industriepark Höchst). Seine Arbeiten zeigen, dass nicht nur tristes Grau vorherrschen muss.

Doch trotz aller Bemühungen, die farblichen Elemente der umliegenden Neubauten aufzunehmen: der früher sogenannte "Rollesbunkter" bleibt in seiner Umgebung ein baulicher Fremdkörper. In Ludwigshafen gibt es auffallend viele Hochbunker im Stadtbereich, die oft farblich gestaltet oder manchmal umgenutzt sind.

Nutzung (ursprünglich): 

Bunker, Hotel und Wasserturm

Nutzung (derzeit): 

Kultur mit Gastronomie, kann auch für Veranstaltungen gemietet werden. Die Funktion als Wasserturm wurde im April 2008 beendet.

Geschichte: 

Der Luftschutzbunker wurde 1942 über achteckigem Grundriss in unmittelbarer Nähe der BASF-Kolonie gebaut und im Krieg als solcher genutzt.  Nach dem Krieg, ca. 1950 wurde der Bau als Bunkerhotel „Turmhotel Bürgerbräu“ genutzt, das billigen und sauberen Unterschlupf bot.

1953 stockten die Stadtwerke Ludwigshafen den Betonbunker im Stile der Zeit (Sichtbeton mit Klinker und runden Fenstern) auf und versahen ihn mit einem Trinkwasserbehälter von 2 Mio Liter Fassungsvermögen, der die achteckige Grundform aufnimmt. Die äußere Treppenanlage wurde zeitgleich angebaut.

1975 erhielt der untere Beton-Bunkerteil eine neue farbliche Gestaltung durch Friedrich Ernst von Garnier in großen Farbflächenfeldern vor allem in Ocker, Gelb, Braun und Rot. Die Farbgebung nimmt offensichtlich die Farben der umgebenden alten Häuser sowie der Neubausiedlung in der Nähe auf.

Seit 2008 wurde das Bunkerhotel zur Cafe-Galerie-Lounge „kulTurm“ umgebaut. Im Außenbereich ist ein Garten mit Terrassenanlage auf drei Stockwerken angebracht. Die Räumlichkeiten im Inneren verstellen den Blick auf die Geschichte und Funktion des Baues nicht, farbliche Lichtinstallationen und Ausblicke nach außen bilden eine angenehme Atmosphäre.

Inzwischen kann auch der oberste Bereich des Wasserturms begangen werden. Er bietet einen fanstastisch weiten Rundblick über Ludwigshafen und die BASF.

 

Erbauer: 
Stadt Ludwigshafen
Bauzeit / Umbauten: 
1942 und 1953
Autor/in: 
Barbara Ritter