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Mackenheimer Eisenbahn-Viadukt der Überwaldbahn, Odenwald

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Viadukt-.Abtsteinach
Viadukt-Abtsteienach
Viadukt-Abtsteinach-Pfeiler

Ein mächtiger Viadukt mit drei großen Rundbögen überspannt das Tal bei Mackenheim. Die Brücke ist aus gewaltigen, gleichmäßigen Sandsteinquadern erbaut, die beiden Pfeiler werden am Bogenansatz durch ein Gesims unterbrochen. Ein leichtes Eisengeländer bildet oben einen optischen Abschluß. Obwohl die Brücke sehr wuchtig wirkt, erscheint sie doch keinesfalls plump.

Die Bahn zieht sich in Kurven mit möglichst geringer Steigung auf den Höhen entlang. Dieser Verlauf wird auch im Viadukt beibehalten, in einem leichten Bogen überquert er das Tal. Die stillgelegte und teilweise demontierte Eisenbahnstrecke der "Überwaldbahn" zwischen Mörlenbach und Wahlen (16 km) gehört mit ihren Kunstbauten (insgesamt 4 Viadukte und 2 Tunnel) und den noch vorhandenen Bahnhofsgebäuden zum erhaltenswerten kulturellen Erbe und ist in der Eisenbahntopographie des Landes Hessen als „Technisches Gesamtdenkmal“ aufgeführt.

Der Viadukt liegt in unmittelbarer Nähe des wegen seiner Erweiterungspläne umstrittenen Amphibolitbruches der Porphyerwerke Weinheim-Schriesheim.

Nutzung (ursprünglich): 

Eisenbahnregionalverkehr (Güter- und Personenverkehr)

Nutzung (derzeit): 

stillgelegt, geplant ist eine touristische Nutzung mittels Draisine durch 2 Tunnels und über 3 große Viadukte ab Frühjahr 2009

Geschichte: 

Der Bau der Eisenbahn war wichtig für die wirtschaftliche Erschließung des Odenwalds. Die von Weinheim kommende Weschnitztalbahn nach Fürth wurde 1895 eröffnet. Die Nebenlinie, die in Mörlenbach nach Waldmichelbach abzweigt, wurde bis 1901 fertiggestellt.

Die Bauarbeiten an dieser Eisenbahntrasse in der bergigen Region gestalteten sich recht aufwendig, weil an einigen Stellen Tunnels durch die Berge getrieben (an der Kreidacher Höhe) und Brücken über die Täler (bei Weiher und bei Mackenheim/ Kreidach) gebaut werden mußten. Die hier erbrachte Ingenieursleistung ist beachtenswert.

Ausgeführt wurden die Arbeiten vor allem durch dafür angeheuerte italienische Bauarbeiter. Eröffnet wurde die Überwaldbahn am 28. Februar 1901. Während des 2. Weltkrieges wurden die Tunnel auch als Lager für Benzin und Munition benutzt. Am 29. April 1945 kam es deshalb zu einer verheerenden Explosion im Tunnel von Waldmichelbach, die zu einer 3-jährigen Unterbrechnung der Bahn führte.

In den 1960er Jahren wurde der Personenverkehr rückläufig und 1983 ganz eingestellt. 1985 demontierte man die Gleisanlagen zwischen Wald-Michelbach und Wahlen. Auch der Güterverkehr (v.a. der Coronet-Werke in Affolterbach, später Wald-Michelbach) nahm ab. 1994 wurde auch er eingestellt.

Es gab verschiedene Pläne der Reaktivierung der Überwaldbahn (Personenverkehr, Muesumsbahn, Draisinenverkehr), die teilweise sehr umstrittene touristische Nutzung als Draisinenbahn hat im Januar 2008 das Stadium ihrer Umsetzung erreicht.

Eigentümer: 
Deutsche Bahn / steht zum Verkauf
Bauzeit / Umbauten: 
1901
Quellen: 
  • Wikipedia zur Überwaldbahn
  • Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG) mbH Marktplatz 1, 64711 Erbach
  • Volker Rödel, Heinz Schomann: Eisenbahn in Hessen.
  • Kulturdenkmäler in Hessen. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Bd. 2.2. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Theiss, Stuttgart 2005, S. 839ff. ISBN 3-8062-1917-6 (Strecke 0079).
  • Hans-Günther Morr: Mit Volldampf durch den Odenwald. Die Geschichte der Weschnitztal- und Überwald-Bahn im Wandel der Zeit. Edition Diesbach, Weinheim 2002. ISBN 3-936468-11-7
Autor/in: 
Barbara Ritter