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Pfalzmühle Mannheim

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Wasserfront      Foto: Lutz Walzel
Diese Holztreppe führt durch die gesamte Mühle
Alte Holzverschalung vom Weizensilo
Wasserfassade
Alt und neu
Blick von der Ölmühle Bunge auf die Pfalzmühle
Alter Namenszug 'Pfaelzische Mühlenwerke'
Winterblick auf Pfalzmühle mit historischem Wasserturm
Blick vom gegenüberliegenden Ufer
Maschinenturm der neuen Getreidesilos  Foto: Simone Sander
Mühlengebäude   Foto: Simone Sander
Wasserturm    Foto: Simone Sander
Mühlen-Silhouette aus Blickrichtung Friesenheimer Straße
Infoblatt an Kunden: Goldpuder Mannheimia (Rückseite siehe nächstes Bild)
Geschäftspost von 1928
Rückseite
Geschäftspost mit schöner Mühlenabbildung 1937
Blanker Holzfußboden und Aluminiumröhren in der Mühle
Werbung aus den 1950er Jahren mit Rezepten
Postkarte ca. von 1912

Die Pfalzmühle liegt am Ufer des Bonadieshafens im südlichen Teil der Friesenheimer Insel Mannheims. Sie ist ein Industriedenkmal, ganz im Sinne baukünstlerischer Reformbestrebungen des beginnenden 20. Jahrhunderts mit Elementen des Jugendstils in Klinkerbauweise.

Nutzung (ursprünglich): 

Weizenmühle

Nutzung (derzeit): 

Weizen-, Durum- und Roggenmühle zur Herstellung von Mehlen für Handwerks- und Industriebetriebe des Backgewerbes sowie Gries für die Teigwarenherstellung. Seit 1915 ist GOLDPUDER das Marken- und Qualitätssiegel.

Geschichte: 

1898 Gründung der AG Pfälzische Mühlenwerke in Schifferstadt. Der Standort wurde durch die Gründung von Großmühlen an Wasserstraßen unrentabel, deshalb wurde der Sitz mit einem Neubau ab Oktober 1907 nach Mannheim verlegt; Inbetriebnahme 1909. 1912 wurde die Mühle in Schifferstadt stillgelegt und 1918 unter der Bedingung veräußert, dass hier keine Müllerei mehr betrieben wird. Die Vermahlungskapazitäten konnten dank der neuesten Müllereimaschinen und Lagerungsmöglichkeiten schnell erhöht werden. Die Pfalzmühle entwickelte sich zu "einer der größten und modernsten Großmühlenbetriebe in Deutschland" - so die Mannheimer Stadtreklame 1928. Zu dieser Zeit wurden 170 Arbeiter und 46 Beamte (!) beschäftigt. In diesen Jahren beteiligte sie sich finanziell maßgeblich an anderen Mannheimer Mühlen, so z.B. an den bis 1944 existierenden Rheinmühlenwerken am Rheinkai und an der Kauffmannmühle (http://www.rhein-neckar-industriekultur.de/reddiXL/modules/ikrn/edit.php?id=39 ). Die Leitung wurde in Personalunion betrieben.

Eigentümer: 
Werhahn Mühlen GmbH & Co. KG, 41460 Neuss
Erbauer: 
Pfälzische Mühlenwerke AG
Architekt: 
Gustav Uhlmann, ehem. Leiter des Städtischen Hochbauamts Mannheim; auch Architekt der Ölmühle Bunge (http://www.rhein-neckar-industriekultur.de/objekte/50/Oelmuehle-Bunge-Verein-Deutscher-Oelfabriken-VDO.html )
Bauzeit / Umbauten: 
1906-1909
Baubestand: 

Zwei 6-geschossige Gebäude, ein querstehendes Silo und der Wasserturm am Kanal, Verwaltungs-, technische- und Sozialgebäude an den Straßenseiten, altes Kesselhaus im Hof.

Quellen: 

Führer durch die Industrie- u. Hafenanlagen von Mannheim, Rheinau und Ludwigshafen; hrsg. von der „Rhein“- Verlags-Gesellschaft m.b.H., Duisburg-Ruhrort, 1909 Mannheimer Stadtreklame (Hrsg.), Mannheim – Das Kultur- und Wirtschaftszentrum Südwestdeutschlands, 1928 Andreas Schenk, Architekturführer Mannheim, Hrsg. Stadt Mannheim, 1999 Hanspeter Rings, Mannheim auf Kurs - Hafen- und Schifffahrtsgeschichte der Stadt an Rhein und Neckar, 2003 Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e.V., Mannheim und seine Bauten 1907-2007, Bd. 4, Andreas Schenk, Bauten für Verkehr, Industrie, Gesundheit und Sport, 2004 Der Brockhaus Mannheim, Leipzig - Mannheim, 2006

Autor/in: 
Hilde Seibert