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Technoseum in Mannheim

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Außenfassade Eingangsbereich.jpg
Am Haupteingang
Dampfmaschine - eines der Prunkstücke der Ausstellung
Arbeiterkneipe und -Wohnung
Sonderschau: Bionik
Nachgestellte Straßenszene mit diversen Verkehrsmitteln
moderne Technik wird ebenso ausgestellt
Biotop vor dem Eingang
An der Dampfmaschine
Ausstellungseinheit Bionik
Räderwerk der Papiermühle
Säulenhalle der Elementa 2.jpg

Mit teilweise riesigen Exponaten, ganzen Ensembles, zeittypischen Szenen, interaktiven Experimenten und Vorführungen zeigt die Ausstellung den technischen und sozialen Wandel der letzten zwei Jahrhunderte. Im „arbeitenden Museum“ sind viele Maschinen noch funktionsfähig und werden regelmäßig vorgeführt. Die verschiedenen Phasen der industriellen Revolution werden am Beispiel einzelner Branchen vorgestellt, sie verdeutlichen, wie technische Neuerungen die Arbeitsbedingungen der Menschen verändern und zunehmend alle Lebensbereiche durchdringen.

Erlebniswelten der Dauerausstellung

Das TECHNOSEUM ist lebendig: Es wird gehämmert, dort mahlt die Getreidemühle. In der Fabrikhalle bewegt sich die große Dampfmaschine, im Trog des Kollergangs wird Altpapier zerfasert. TECHNOscouts erklären Arbeitsabläufe und beantworten individuell die Fragen der Besucherinnen und Besucher. Die Ausstellung gewährt Einblicke in eine detailliert gestaltete Arbeiterwohnung, eine Heimwerkstatt, ein Prinzipalbüro, einen Tabakladen, am Bahnsteig wartet man auf die Fahrt mit der Dampflok, in der stilechten Arbeiterkneipe greift man gerne zu einem Glas. Die Besucher können gelegentlich selbst Hand anlegen, Papier schöpfen oder auf der historischen Druckmaschine drucken.

Die Elementa

Mit zahlreichen interaktiven Experimenten vermitteln die Elementa naturwissenschaftliches und technisches Grundwissen zu den in der Dauerausstellung gezeigten Themen. Bei allen Versuchen geht es nicht nur um verblüffende Phänomene und knifflige Versuchsanordnungen, sondern auch um das „Woher und Wozu“: um historische Zusammenhänge, industrielle Anwendung und alltäglichen Nutzen.

Sammlung

Sammeln ist eine der Kernaufgaben eines jeden Museums. Im Mittelpunkt stehen Sachzeugnisse der Kategorie „technisches Kulturgut“, mit deren Hilfe sich erforschen und darstellen lässt, wie Menschen unterschiedlicher Gesellschaftsschichten in der Vergangenheit gelebt und gearbeitet haben. Dazu zählen unter anderem Werkzeuge und Arbeitsplatzeinrichtungen, Kraft- und Arbeitsmaschinen, Messinstrumente, Transport- und Kommunikationsmittel, Produkte des Handwerks sowie der industriellen Massenfertigung, Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, aber auch Verpackungen und Werbemittel in ihrer vielfältigen Form. Das Interesse gilt zudem der Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin.

Bibliothek

Die Bibliothek umfasst über 100.000 Bücher und bezieht knapp 270 Zeitschriften. Diese können im Lesesaal genutzt oder ausgeliehen werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der Multimedia-Recherche und der überregionalen Fernleihe.

Geselligkeit

Die mit moderner Veranstaltungstechnik ausgestatteten Räume sind für Kongresse, Seminare, Workshops sowie Feste aller Art geeignet. Auch die historische Arbeiterkneipe kann gemietet werden. Sogar für museumspädagogische Kinderbetreuung ist gesorgt.

Das Gebäude – avantgardistischer Neubau

Große, einander durchdringende Räume, ungewöhnliche und starke Perspektiven, Rampen, riesige Fensterflächen und gestufte Raumhöhen waren und sind für ein Museum ungewöhnlich. Das avantgardistische Gebäude am Ortseingang der Stadt, dem sich die Gebäude des SWR anschließen, ist noch heute eine Attraktion. Das TECHNOSEUM ist neben dem Deutschen Museum in München und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin eines der drei großen Technikmuseen Deutschlands

Nutzung (ursprünglich): 

Museum, Objektsammlung, Bibliothek und Archive

Nutzung (derzeit): 

Museum, Objektsammlung, Bibliothek und Archive, Veranstaltungsort

Geschichte: 
  • Januar 1978: Konzept für ein Museum „für Technik und Erfindungen“ im Ministerrat von Baden-Württemberg.
  • Februar 1980: Beschluss des Landtags zum Museumsstandort in Mannheim.
  • Ab 1980: Aufbau des Sammlungsbestandes; parallel wurde über Schwerpunktsetzung und Konzeption diskutiert.
  • September 1981: Beschluss des Mannheimer Gemeinderates zum Standort, der eine Verlegung des Maimarktgeländes bedeutete.
  • Juni 1983: Entscheidung des Ministerrats für die Realisierung des Entwurfs von Prof. Ingeborg Kuhler.
  • April 1985: Grundsteinlegung.
  • September 1985: Billigung des unter Federführung Dr. Lothar Suhlings erarbeiteten Ausstellungskonzeptes durch den Landtag.
  • März 1986: Beginn der Rohbauarbeiten.
  • September 1990: Fertigstellung der Gesamtbaumaßnahme und Eröffnung.
  • Seit 2004: wird die ständige Ausstellung durch naturwissenschaftlich orientierte Experimentierstationen, die Elementa, erweitert.
  • 2009: Renovierung der Fassaden und Erweiterung der Sonderausstellungsfläche.
  • 2010: Umbenennung in TECHNOSEUM.

Das Projekt, seine inhaltliche Ausrichtung und die Standortfestlegung waren im Landtag und in Mannheim nicht unumstritten, bevor das Haus 1990 eröffnet wurde. Auch könnte man rückblickend fragen, warum man Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre nicht auf die Idee kam, ein leer stehendes historische Fabrikgebäude in Mannheim für ein Museum umzunutzen, wie dies z.B. in England durchaus vorbildlich zeitgleich geschah. In Mannheim wurden just in dieser Zeit eindrucksvolle Industriegebäude, die sogar schließlich durch die Stadt aufgekauft wurden, abgerissen, z.B. 1984 die Zündholz-Fabrik, 1988 die Schildkröt-Fabrik.

Eigentümer: 
Land Baden-Württemberg und Stadt Mannheim
Erbauer: 
Land Baden Württemberg, vertreten durch Staatliches Hochbauamt Mannheim
Architekt: 
Prof. Dipl. Ing. Ingeborg Kuhler, Berlin
Bauzeit / Umbauten: 
1985-1990, 2008/2009
Quellen: 
  • Webseite des TECHNOSEUMs (www.technoseum.de)
  • Broschüre des Finanzministeriums Baden Württemberg: Landesmuseum für Technik und Arbeit, Ein Projekt der staatliche Hochbauverwaltung, 1990.
  • Ausstellungskatalog, hg. vom Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, Mannheim 2001.
  • Fotos: Klaus Luginsland, Technoseum: Bild Nr. 1,2,9,10,11,12 
    und Barbara Ritter: Bild Nr. 3, 4, 5, 6, 7, 8
Autor/in: 
Barbara Ritter