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Umspannwerk Rheinau in Mannheim

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Stirnseite
Zufahrt und Eingang
links vom Eingang
Eingang
keilförmige Vorbauten beim Eingang
Fenster mit charakteristischem Rautenmuster
Fenster-Detail: Lüftungsklappe und Sims
Nordseite
Freiluftschaltanlagen hinter der Halle
Kacheln in der Eingangshalle
Kacheln und Durchblick zur Halle
elegante Stützmauern an der Stirnseite
Skizze des Architekten  Karl Wilhelm Ochs  (1925) Perspektivische Ansicht, Reprofotografie Copyr.:TU Berlin Architekturmuseum, Inv. Nr. F 3052

Ziemlich weit außerhalb der Wohn- und Industriebebauung Mannheims steht dieser expressionistische Hallenbau aus den späten 1920er Jahren. Seine Zuordnung zur Elektrizitätswirtschaft ist wegen der umgebenden Umspannanlagen und Hochspannungsmasten nicht zu übersehen.

Obwohl von sehr großer Baumasse, wirkt das dreischiffige Gebäude aus roten Backsteinen dank seiner vielen hohen Fenster, die bis fast unter die Dachtraufe reichen, nicht plump. Die Fenster sind mit einem charakteristischen Rautenmuster aus hellgrauem Metall gegliedert. Dieses Muster war schon auf den ersten Skizzen des damals jungen Architekten Karl Wilhelm Ochs, der später zum Hausarchitekten der BBC wurde, gezeichnet. Bei näherem Betrachten der Fenster sind einzelne Lüftungsklappen in dieser Form zu erkennen.

Die drei hohen Fenster der Stirnseite des Gebäudes sind durch leicht geneigte Strebepfeiler getrennt, die sicherlich funktional sind, aber gleichzeitig sehr elegant wirken. Die gegenüberliegende Seite hat zusätzlich große Tore. Zum Eingang an der Längsseite führt eine breite Treppe, die durch zwei keilförmige Bauten flankiert ist, ein weiteres Merkmal der expressionistischen Bauweise.

Durch die Glastür (vermutlich aus den 1960er Jahren) kann man die mit bauzeitlichen, kräftig blau und gelb glasierten Fliesen ausgeschmückte Eingangshalle erkennen. Die Haupthalle ist dank der vielen Fenster mit Licht durchflutet. Die beiden anderen Außenseiten des Baus sind von Umspannanlagen umgeben, die teilweise noch in Funktion sind. Die ursprünglich Dacheinführung der 100 kV ist längst abgebaut.

Nutzung (ursprünglich): 

Umspannwerk zur Weiterleitung des im Großkraftwerk produzierten Stroms an Energieversorger in Karlsruhe und Ludwigshafen.

Nutzung (derzeit): 

Steht leer

Geschichte: 

Das Umspannwerk steht in engem technischem und wirtschaftlichem Zusammenhang mit dem Großkraftwerk Mannheim. Das seit 1923 produzierende Großkraftwerk war eine gemeinsame Gründung von Pfalzwerke AG Ludwigshafen, Stadt Mannheim, Badische Landes-Elektrizitätsversorgung Karlsruhe (später Badenwerk, heute EnBW) sowie der Neckar AG Stuttgart und wurde ständig erweitert.

Das Umspannwerk wurde von dem Karlsruher Gründungsunternehmen 1927 erstellt und diente der Weiterleitung des im Großkraftwerk Mannheim produzierten Stroms an die Station Scheibenhart bei Karlsruhe und die Pfalzwerke in Ludwigshafen. Das ausführende Unternehmen war die Mannheimer Brown, Boveri & Cie. AG. die sich neben der architektonischen Leistung vor allem im Bereich Leitungsbau, Technik und Sicherheit einen Namen machte. Es ist heute außer Funktion.

Eigentümer: 
EnBW
Erbauer: 
Karlsruher Badenwerk AG, Ausführung BBC (Brown, Boveri & Cie. AG.)
Architekt: 
Karl Wilhelm Ochs (1896-1988)
Bauzeit / Umbauten: 
1927-28
Quellen: 

Mannheim und seine Bauten 1907 -2002, Band 4, Herausgegeben vom Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur und Bauarchiv e.V., Artikel von Andreas Schenk, S. 107

Autor/in: 
Barbara Ritter