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Direktorenvilla der ehemaligen Zuckerfabrik Frankenthal

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Direktorenvilla der Zuckerfabrik
Vielfältige Dachlandschaft der Direkltornvilla
Ein Gemäde aus der Entstehungszeit der Klumppvilla mit noch kleinen Bäumen
Ausblick aus dem Turm der Direktorenvilla, das Dach der zweiten Villa und links das Verwaltungsgebäude
Erker der Klumppvilla
Wintergarten der Klumppvilla
Das Treppenhaus in der Klumppvilla führt bis in die Turmspitze
Ornamental wirkende Widmung am Fenster im Erdgeschoss des Turms: rechts: Arch..A.Speer, Mannheim

Die schlossartige Villa steht in einem großzügigen Garten direkt an der großen Durchgangsstraße. Wahre Dachlandschaften, Wasserturm, Landhaus- Fachwerk- und Jugendstilelemente zeichnen die 1896 von Albert Speer sen. entworfene Direktorenvilla aus. Am Eingang ist ein Fenster mit der Inschrift des Erbauers und Architekten zu sehen.

Im Erdgeschoss waren die repräsentativen Räume und die Küche untergebracht (heute als Geschäfts- und Seminarräume genutzt). Im ersten OG befanden sich die privaten Räume der Familie und das für damalige Verhältnisse punkvolle Bad im englischen Stil. Im zweiten Stock lagen die Dienstboten-Zimmer, das Dach war nicht ausgebaut (heute Atelier der Besitzerin).

Zur eigenen Wasserversorgung und zum Betreiben der Zentralheizung hatte das Haus in der Turmspitze einen eigenen Wasserbehälter. Über einen unterirdischen Geheimgang war das Haus mit dem Verwaltungsgebäude der Fabrik verbunden (heute verschlossen). Zum Zeitpunkt des Erbauens verlief noch die Isenach in der heutigen Mahlastraße.

Nutzung (ursprünglich): 

Wohnhaus für Wilhelm Klumpp und Familie, Verwaltungsdirektor der Zuckerfabrik

Nutzung (derzeit): 

Privates Wohnhaus und Seminar- und Trainingshaus eines Unternehmensberaters (Kurpfalzmanagement und Bildungsgesellschaft BildungsWert)

Geschichte: 

1896 als erste von drei neben einander gelegenen Direktorenvillen östlich der Zuckerfabrik erbaut. Heute sind nur noch zwei erhalten. Erbaut für Geheimrat Wilhelm Klumpp (gest. 1926), der Direktor und Prokurist war (1914-1926: 1. Kommandant der Werksfeuerwehr). Danach diente das Haus als Wohn- und Bürohaus zeitweise für Anwaltskanzlei und auch für eine Manufaktur (Puppen–Klinik). 1986 wurde es durch die derzeitigen Besitzer grundlegend renoviert.

Das Haus ist im Krieg weitgehend unbeschädigt geblieben, jedoch zur Umnutzung und Abtrennung mehrerer Wohnungen und Büros häufig umgebaut worden. 1986 schonende Renovierung durch die heutigen Besitzer, Böden, Heizungsverkleidungen, Wintergarten, Treppenhaus sind weitgehend original. Stuckdecken sind nicht erhalten.
Der Wasserbehälter aus dem Dach ist entfernt

Eigentümer: 
Familie Weber
Erbauer: 
Zuckerfabrik Frankenthal
Architekt: 
Albert Speer (senior), Mannheim
Bauzeit / Umbauten: 
erbaut 1896, Umbauten nach 1945, Renovierung 1986
Quellen: 

Gespräch mit der Besitzerin

Autor/in: 
Barbara Ritter, Albert Gieseler