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Pegeluhr an der ehemaligen Kammerschleuse in Ludwigshafen

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Mauern für das ehemalige Schleusentor
Das Gelände des Hafenbetriebs mit Boot und Turm
Sockel des Turms
Pegelturm mit Ölhafen im Hintergrund
Der Wasserstand ist weithin sichtbar: knapp 2 Meter
Pegelturm mit Anlagen der Firma Raschig
Pegelturm vom Damm aus gesehen

Wer über die ehemalige Kammerschleuse auf die Parkinsel gelangt, sieht recht des Dammes direkt am Wasser einen etwa 10 Meter hohen mächtigen Sandsteinturm mit einer Uhr, die merkwürdigerweise nur 10 große goldene Ziffern auf dem blauen Zifferblatt aufweist. Es handelt sich nicht um einen Chronometer, sondern um eine Messeinrichtung zur Bestimmung des Rheinwasserstandes.

Das Bauwerk ist quadratisch im Grundriss und steht auf einem gepflasterten Platz. Im unteren Bereich sind die Sandsteinmauern nach dem Sockel senkrecht gebaut, die Fenster, die Türe und die Gebäude-Ecken sind betont. Nach einem umlaufenden Fries verjüngt sich der Turm. Auf dem würfelförmigen Kopf des Turmes sind nach allen vier Seiten raumgreifende Zifferblätter mit zwei Zeigern angebracht. Das Dach ist noch einmal mit kleinen Verzierungen versehen.

Die vom Karlsruher Institut Otto Behm konstruierte Pegelmechanik ist intakt und funktionsfähig allerdings nicht mehr amtlich und deshalb auch nicht mehr geeicht. Der um 1900 nach Plänen des königlichen Straßen- und Flussbauamtes Speyer erbaute Pegelturm ist zu Symbol der Parkinsel geworden.

Der Turm steht beim südlichen Tor der ehemaligen Kammerschleuse, die 1884-94 im Zusammenhang mit dem Luitpoldhafen gebaut wurde. Die Aussparungen für die Drehtore sind im Sandstein noch gut erkennbar, ebenso die Umrisse der Schleusenkammer.

Nutzung (ursprünglich): 

Pegeluhr, Wasserstandanzeiger

Nutzung (derzeit): 

Technisches Denkmal

Geschichte: 

Der Luitpoldhafen ist 1884-1894 angelegt worden, die Pegeluhr kam erst 1900 hinzu. Der Mundenheimer Hafen (Ölhafen) wurde 1898-1902 gebaut, der Kaiserwörthhafen 1912-1918. Die Kammerschleuse zum Luitpold wurde in den 1960er Jahren außer Betrieb genommen. Das nördliche Schleusentor und die dazugehörige Drehbrücke wurden 1967 demontiert. Es wurde ein Damm aufgeschüttet, womit seither eine feste Verbindung zur Parkinsel besteht. Der Luitpoldhafen ist seit 2005 städtbaulich in das Projekt "Wohnen am Wasser" einbezogen und erfährt derzeit eine vollkommene Umgestaltung.

Eigentümer: 
Hafenbetriebe Ludwigshafen
Erbauer: 
Königliches Straßen- und Flussbauamtes Speyer
Bauzeit / Umbauten: 
Um 1900
Autor/in: 
Matthias Ehringer, Barbara Ritter