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Pfaudler GmbH in Schwetzingen

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emaillierter Tank Pfaudler_2017_Foto_Ritter
Fertigung Pfaudler_2012 Werksfoto
Pfaudler_2017_Foto: Ritter
Gefäßdeckel bei Pfaudler 2017_Foto: Ritter
altes Werksteil bei Pfaudler 2017_Foto: Ritter
glühender Tank kommt aus dem Emaillierofen, Foto: Pfaudler Werksfoto
Verwaltungstrakt Pfaudler aus den 50er/60er Jahren_Foto 2017 Ritter
Werbung von Pfaudler vermutlich 1920er Jahre_Foto 2017 Ritter
Stich Pfaudlerwerke vermutlich um 1910_aus: 100 Jahre Pfaudler Emailtechnik
Pfaudlerwerke Luftbild 2012_ Werksfoto

Direkt neben dem Gleisfeld gelegen, kann zur Zeit noch jeder Bahnreisende das Werksgelände von Pfaudler in Schwetzingen sehen. Der Konzern hat Standorte in der ganzen Welt, die deutsche Niederlassung,  mit ca 200 Mitarbeitern, wird im Frühjahr 2018 von Schwetzingen nach Waghäusel verlagert. Auf dem jetzigen Pfaudler-Gelände soll ein neues Wohnviertel entstehen. Ob wohl alte Bausubstanz erhalten bleibt, ist ungewiss.

Der Großteil der heutigen Gebäude wurde nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs errichtet, so der Verwaltungstrakt und Rohbauhallen in den 50ern bzw. eine Montagehalle 1962. Allerdings lassen sich beim Vergleich mit historischen Aufnahmen eine Industriehalle und daran angrenzend ein kleineres Gebäude identifizieren, die noch zum Bestand der Erstbebauung von 1908/1910 gehören müssten.

Nutzung (ursprünglich): 

Fabrik für emaillierte Stahlbehälter

Nutzung (derzeit): 

Fabrik für emaillierte Stahlbehälter

Geschichte: 

Als Caspar Pfaudler (1861 – 1889) noch ein kleines Kind war, wanderte die aus dem Schwäbischen stammende Familie in die USA aus. Zum Braumeister ausgebildet, entwickelte er die Idee, die Biergärung mittels Vakuum zu beschleunigen. Mit den bis dato verwendeten Holzfässern war dies nicht möglich, Pfaudler setzte daher stattdessen auf glasemaillierte Stahltanks. Dies war die Grundlage für die „Pfaudler Corporation“, die er 1884 mit Geschäftspartnern in Rochester gründete.

1908 wurde die Niederlassung in Schwetzingen gebaut, in Nachbarschaft des Bahnhofs. Die Stadt wandelte sich seinerzeit zu einem bemerkenswerten Produktionsstandort, wobei neben der tabakverarbeitenden und der Konservenindustrie auch das Brauereiwesen zu den wichtigsten Branchen zählte. Pfaudler belieferte Brauereien im In- und Ausland sowie ab den 1920ern die übrige Getränkeindustrie. Bald entdeckten auch die chemische Industrie und Pharmaunternehmen die Vorzüge der Pfaudlertanks.

Bei einem Luftangriff wurde das Werk im März 1945 getroffen und große Teile zerstört, ein Mitarbeiter fand dabei den Tod. Schon einige Monate nach dem Kriegsende nahm man die Produktion wieder auf. Die Geschäfte liefen erfolgreich. Während vor allem ab den 1980ern andere namhafte Schwetzinger Betriebe geschlossen wurden, konnte sich Pfaudler behaupten und galt in den 90er Jahren mit rund 400 Mitarbeitern als größter Arbeitgeber der Stadt. Heute noch hält der Mutterkonzern Pfaudler International (mit Sitz in Luxemburg) als Global Player eine führende Stellung im Bereich verfahrenstechnischer Anlagen für die chemische, Pharma- und Lebensmittelindustrie. Im Laufe des Jahres 2018 wird die Produktion der Pfaudler GmbH von Schwetzingen nach Waghäusel verlagert werden.

Eigentümer: 
Pfaudler GmbH
Bauzeit / Umbauten: 
1908, 1950er und folgende
Quellen: 
  • Wörn, Karl: Schwetzingen zur Jahrtausendwende. Geschichte, Kultur, Wirtschaft. 5. Aufl., Schwetzingen, 2000
  • 100 Jahre Pfaudler Emailtechnik. Hrsg.: Pfaudler Werke GmbH, Schwetzingen, 2007
Autor/in: 
Renate Weindorf, Daniel Werner | Stand: November 2017