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Teufelsbrücke in Mannheim

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Jugendstilgeländer an der Teufelsbrücke
Schleusentor zur Verhinderung von Strömung
der drehbare Teil der Teufelsbrücke
Drehmechanismus ist in geschlossenem Zustand schwer erkennbar
Geländer: Nicht nur dekorativ, auch funktional befestigt, wenngleich sehr rostig.
Die Teufelsbrücke,  älteste noch erhaltene Mannheimer Brücke
Links das Manschinenhäuschen für den elektrischen Antrieb der Drehmechanik
Teufelsbrücke als Wahrzeichen des Jungbusch

Die Teufelsbrücke ist die älteste und letzte aus einer frühen Bauphase erhaltene Brücke in Mannheim. Sie ist die mittlere von drei beweglichen Brücken über den Verbindungskanal, einem 1874 erbauten Hafenbecken, zwischen dem Stadtteil Jungbusch und der Mühlauinsel.

Die Brücke ist eine unsymmetrische Drehbrücke mit dem Drehzapfen auf dem westlichen Widerlager. Wegen der geringen Spannweite rücken die Widerlager weit in das Hafenbecken vor und bilden somit lange Brückenköpfe. Sie bestehen aus Stützmauern mit Sandsteinverkleidung. Hier besticht die qualitätsvolle Steinmetzarbeit, besonders bei den gewölbten Neben-Durchlässen in beiden Brückenköpfen. Insbesondere die Mauern auf der westlichen Seite (Mühlau-Insel) sind noch gut erhalten.

Im Bereich der Brückenzufahrten sind die mit Jugendstilornamenten verzierten Geländer vorhanden, allerdings teilweise stark korrodiert.

Der Brückenträger besteht seit 1902/03 aus einem genieteten Blechträger, hergestellt durch die MAN, sicher in deren Brückenbauanstalt Mainz-Gustavsburg. Die Gehwege kragen an angenieteten Blech-Auslegern aus. Die über 100 Jahre alte Technik ist noch fast vollständig vorhanden, wird derzeit aber nicht mehr zum Einsatz gebracht.

Der elektrische Antrieb befindet sich in einem separat auf der Nordseite des westlichen Brückenkopfs stehenden Maschinenhäuschen. Dieses besteht aus Stahlfachwerk, hat Rauhputz-Wände und ein sehr flaches Satteldach. Es ruht (wohl zum Hochwasserschutz) an den Ecken auf Sandstein-Sockeln.

Der Antriebs- und Hubmechanismus unter der Brücke ist leicht nachvollziehbar. Die großen Maschinenteile sind sehr beeindruckend. Allerdings ist die technische Gestaltung der Drehbrücke im heutigen Zustand der Brücke nicht zu sehen, denn sie wird nicht mehr bewegt und der seitliche Zugang im Westen ist versperrt.

>>> Eine genau Beschreibung des Tragwerks, des Drehmechanismus und des Antriebs finden Sie in „Die Teufelsbrücke - Beschreibung, Geschichte, Technik und Begründung für ihre Erhaltung” unter Dateien in der rechten Spalte.

Unmittelbar nördlich an die Brücke schließt sich ein zweiflügeliges, genietetes Stemmtor an, welches eine Strömung durch das Hafenbecken vom Neckar her verhindern soll. Die Stützmauern haben hier beiderseits senkrechte Nuten zum Einstecken von Dämmbalken für Reparaturen an den Schleusentoren. Auf beiden seitlichen Mauern sind freistehende Handwinden mit Kegelradgetrieben für den Tor-Antrieb (über Zahnstangen, die in halber Tor-Höhe aus Mauernischen herausragen). Das Tor ist um 2008 durch einen angeschraubten Riegel und durch Seile dauerhaft verschlossen worden.

Nutzung (ursprünglich): 

Dreh-Brücke mit Fußgängersteg für Last- und Personenverkehr.

Nutzung (derzeit): 

Reine Fußgängerbrücke. Die Brücke soll nach den Plänen der Staatlichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH abgerissen werden.

>>> Stellungnahmen für den Erhalt der Brücke unter Dateien in der rechten Spalte.

Geschichte: 

Die Teufelsbrücke entstand etwa gleichzeitig mit der Spatzenbrücke beim Bau des Verbindungskanals im Jahre 1874. Einer der berühmtesten deutschen Wasserbau-Ingenieure, Karl Imhoff, am 07.04.1876 in Mannheim, N 4,11 geboren, war seit 1899 als Regierungsbaureferendar bei der badischen Rheinbauinspektion tätig. Ihm wird der Umbau der Spatzen- und Teufelsbrücke zugeschrieben.

1902/03 erhielt sie einen neuen Überbau aus Blechträgern sowie einen neuen Antrieb; durchgeführt durch die MAN. Wegen des großen Schiffs- und Fußgängerverkehrs früherer Zeit wurde auf der Nordseite der Brücke ein parallel verlaufender Fußgängersteg gebaut, von dem nur noch wenige Fundamentreste vorhanden sind.

Wegen der geringen Durchfahrtsbreite wurde die Brücke seit ca. den 1970er Jahren nicht mehr bewegt. Die Schiffe benutzten seither zum südlichen Teil des Hafenbeckens die Zufahrt über den Mühlauhafen. Neue Pläne der Hafengesellschaft sehen (sahen?) den Abriss der Teufelsbrücke vor. Die Pläne stoßen auf vielfältigen Widerstand. Die Teufelsbrücke ist das einzige erhaltene Brückenbauwerk aus der Hoch-Zeit der Mannheimer Industrialisierung und der Frühzeit der Mannheimer Häfen.

Die aktuelle Entwicklung der Auseinandersetzungen sind im Downloadbereich dokumentiert.

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Eigentümer: 
Land Baden-Württemberg
Bauzeit / Umbauten: 
1874, technische Erneuerung 1902, Stilllegung ca. 1970
Autor/in: 
Albert Gieseler